Freitag, 16. Mai 2014

Es mag vielleicht etwas seltsam erscheinen, seine Wahlheimat dadurch zu ehren, dass man ihr Mörder und Totschläger andichtet. Aber genau das möchte ich tun: Eine Liebeserklärung an die Provence zu schreiben, auch wenn in ihren Zeilen neben Olivenöl und Rosé auch Blut und Schwarzgeld fließen: Voilà, der „Mörderische Mistral“ ist da!



Capitaine Roger Blanc ermittelt im Süden des Südens, am Rand der Provence, hart vor der Mittelmeerküste, dem Étang de Berre - und hart vor Marseille. Aber: Er kennt das Land nicht, er hasst die Hitze, er will überhaupt nicht in der Provence sein, er versteht nicht, wie die Menschen hier ticken und die Verbrecher versteht er erst recht nicht. Zunächst jedenfalls.
Die wichtigsten Orte der Handlung sind fiktiv, doch Eingeborene und Eingeweihte werden den einen oder anderen Platz mehr als erahnen. Sie werden Berge und Wälder und Bergstädtchen und verschlafene Häfen wiedererkennen und die nächtlichen Schatten der Fledermäuse und das Konzert der Zikaden und, selbstverständlich, den Atem des Mistrals, der alle Menschen erschöpft, bevor er sich selbst erschöpft.
Nicht fiktiv sind die Verbrechen: Ob es um einen verbrannten Toten am Rande einer elenden Müllkippe geht oder um die seltsame SMS einer zwielichtigen Gestalt an eine andere: Alles echt. Solche Verbrechen gibt der Süden her, man muss sie nur pflücken wie Thymian und Rosmarin am Rande der Wege durch die Garrigue-Wälder. Dank an meine Cousine, die Untersuchungsrichterin hier ist und, so weit sie das darf, von ihren Klienten berichtet! Dank an die Kollegen von „La Provence“, die, gut informiert, die Seiten ihrer Zeitung mit den schrecklichsten und den absurdesten Untaten füllen! Der ganze Fall allerdings, mit seinen Irrungen und Wirrungen und seinen Bösewichten und nicht ganz so bösen Wichten, mit Tod und Liebe, mit Freundschaft und Verrat, dieser Fall also, der ist allein meiner Fantasie geschuldet...


P.S.: Die Tür zur kriminellen Provence kann jeder Leser übrigens ganz leicht und vollkommen kostenlos einen Spalt weit öffnen, sofern man einen eReader oder die entsprechende App besitzt - bei Amazon & Co. gibt’s die ersten beiden Kapitel als Leseprobe. Gratis. Für das "echte" Buch aus Papier wende man sich an den Buchhändler seines Vertrauens. 




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